Archive for September 2014

St. Petersburg: So denken die Russen über Putin, Ukraine und Krim

September 22, 2014

Sharon Tennison, Präsidentin der US-amerikanischen CCI, einer amerikanischen Business-Organisation (die ca. 7.000 russische Unternehmer ausbildete) hat uns heute Nacht aus St. Petersburg geschrieben und ihre Erfahrungen vor Ort geschildert. Ein Augenzeugenbericht von heute.
Wie denken die Russen über Krim, Putin und die Ukrainer?
Wir drucken ihren Brief mit ihrer freundlichen Genehmigung.

Ein Reality Check aus Russland

Liebe Freunde
Die letzten beiden Wochen habe ich in St. Petersburg und Moskau verbracht.
Angesichts der Tragödie, die sich in der Ukraine abspielt, war es überraschend, eine völlig einhellige Meinung der russischen Bürger vorzufinden, inklusive unserer CCI-Absolventen. Und das nicht wegen „kontrollierter Medien“, da alle, mit denen ich gesprochen habe, eine Vielzahl von Medien täglich durch das Internet lesen, einschließlich CNN. Ihr Alter reicht von 25 bis 55, im allgemeinen stellen sie die Mittelklasse Russlands dar. Das ist keine langjährige Unterstützung für Putin, denn wenigstens die Hälfte von ihnen waren vorher keine Putin-Unterstützer. Aber heute hat sich die Situation geändert.

Die Krim –- Sie bestehen fest darauf, dass die Krim immer russisch war; dass Russland in vergangenen Jahrhunderten Schlachten schlug, um die Krim zu halten, und abgesehen von einem kleinen Prozentsatz Tataren, sind die Bewohner der Krim ethnische Russen – und dass Chrustschows Übergabe der Krim an die Ukraine nur ein duseliger Zufall eines verrufenen Sowjetführers auf Papier war, der damit versuchte, sein Geburtsland mit seiner Macht zu beeindrucken. Viele unserer Absolventen machen auf der Krim (wo ein beneidenswert warmes Wetter herrscht) Urlaub. Sie bestehen darauf, nie eine andere Sprache in den Straßen der Krim gehört zu haben als Russisch, dass des Weiteren die Krim-Bürger russisch-orthodox sind und sich selbst als Russen fühlen. Sie sagten mir, als Jelzin 1991 allen Gebieten außerhalb Russlands die Freiheit gab, erklärte sich die Krim für unabhängig. Vier Monate später waren die Bürokraten in Kiew dagegen, und unglücklicherweise verblieb die Krim politisch an die Ukraine gebunden. Unsere Freunde erinnern sich, wie sie als Kinder im Sommer in die Kinderferienlager auf die Krim fuhren und auch als Erwachsene regelmäßig dort Ferien machten. Sie, wie auch die Einheimischen, haben die Krim immer als Teil Russlands angesehen. Als dann offensichtlich wurde, dass Kiew nicht länger Russisch als offizielle Sprache erlaubte und rapide begann, die westukrainische Kultur zu institutionalisieren, sperrten sich die Bewohner. Unsere Absolventen fügen hinzu, die Bürger der Krim seien dankbar und begeistert, offiziell mit Russland wiedervereinigt zu sein.

Ist es Russlands Absicht, frühere sowjetische Gebiete an sich zu reißen?
Die Russen waren geschockt und baff, dass ich überhaupt eine solche Frage stelle, ob die russische Führung versuchen könnte, in die Baltischen Staaten, Polen oder irgendeine der früheren Sowjetrepubliken einzurücken. So stellte ich die Frage noch einmal so: „Was würden Sie tun, wenn sie im TV sähen, dass Russland beabsichtigt, Truppen in eine dieser früheren Republiken zu schicken?“ Sie wurden ganz aufgeregt, dass ich so eine Möglichkeit überhaupt annehmen könnte. Sie bestanden darauf, unter keinen Umständen würde Russland JEMALS interessiert sein, irgendeines dieser Länder wieder unter seine Herrschaft zu bringen. Das war für sie absolut unvorstellbar.

Will Russland mehr von der Südostukraine unter seine Kontrolle bringen?
Absolut nicht, war die unverzügliche Antwort im ganzen großen Raum. Sie meinten, dass Russland helfen würde beim Wiederaufbau, falls und wenn dieser Krieg endete. Aber NIEMALS wird Russland irgendeinen Teil der Südostukraine annektieren. Sie sagen jede anders lautende Information ist pure Propaganda.

Die russisch- ukrainische Geschichte
Die Russen haben sich den Ukrainern immer tief verbunden gefühlt – in der Tat war Kiew das ursprüngliche Zentrum der Rus – Russlands Geschichte und Kultur. Jeder mit dem ich hier sprach, hat nahe Verwandte in der Ukraine. Die zwei Länder betrachteten sich selbst als aus demselben Holz (ausgenommen die Westukraine). Ukraine und Russland erinnern mich an siamesische Zwillinge – mit gemeinsamen Hauptschlagadern, Knochengerüst und Organen. Sie zu trennen, abzubrechen, zerstört den vitalen Fluss von Produktion, Handel und wichtiger Infrastruktur – zusätzlich zu den Herzen und Seelen der Menschen, die seit drei Jahrhunderten mit einander verflochten sind. Kein Wunder, dass viele ukrainische Soldaten desertiert sind und nicht auf einander schießen wollen, wenn sie zum Kämpfen gezwungen wurden.
Die Ukraine war niemals eine unabhängige Nation von Menschen, die von ihren ethnischen Bindungen an sich zusammengeschweißt wäre. Die Westukraine, der europäische Teil, der nach dem 2. WK zur UdSSR kam (früher Polen, Ungarn, Österreicher und Deutsche), versucht jetzt, den Rest der Ukraine – mit US-Hilfe – von Russland zu separieren und in Europa einzugliedern. Die Südostukrainer, überwiegend Russen, weigern sich, ihre Sprache und Kultur aufzugeben und von West-Ukrainern beherrscht zu werden. Das ist die Quintessenz.
Die Westukrainer kämpften im 2. WK mit den Nazis gegen die Sowjetunion, und sie haben seitdem Russland verachtet. Natürlich wollen die mit Europa vereinigt werden. Ich habe stets empfohlen, die Ukraine in zwei kooperierende Staaten aufzuteilen. Denen, die Europa wollen, sollte das erlaubt werden, aber sie sollten nicht die russischen Teile der Ukraine von ihren Handels- und engen kulturellen Bindungen mit Russland wegzerren. Die Ukraine, anders als Russland, hatte schreckliche, korrupte Führer seit der Kommunismus 1991 implodierte. Oligarchen (und politische Führer, die sich nach den ukrainischen Oligarchen richteten) haben seitdem das Land zugrunde gerichtet. Deshalb sind die einfachen Ukrainer tief enttäuscht und ärgerlich, dass sie keine Ordnung, Stabilität und anständiges Wirtschaftswachstum erlebten wie in Russland, Polen, Ungarn und dem Baltikum. Die Ukraine ist ein gescheiterter Staat – der Krieg zwischen dem westlichen und dem östlichen Teil haben die wenigen Hoffnungen weiter vernichtet, die vor Ausbruch des Konfliktes noch bestanden.

Die Großmacht
Soweit ich sagen kann, hat eine sehr schmale, aber leistungsstarke Minderheit in Washington vor Jahren entschieden, dass die Ukraine der wichtigste Ort sein wird, ein zukünftiges Comeback Russlands als eine der verschiedenen führenden Mächte in der Welt in Frage zu stellen. Archivmaterial deutet darauf hin, dass Neokonservative 1992 einen Plan aufstellten, dass Amerika bereit sein sollte, jedes Land militärisch niederzuwerfen, das seine weltweite Vormachtstellung beeinträchtigen würde. Der Plan nennt Russland, von dem sie meinten, es würde oder könnte die Einheit der ehemaligen UdSSR-Republiken wiederherstellen. Diese Minderheit gewann bei Republikanern und Demokraten im Kongress und im Weißen Haus an Boden.Wie bei anderen Ländern (Irak, Iran, Libyen, Syrien, Zentral- und Südamerikanische Länder) die erste durchzuführende Operation ist, die Führer der Länder zu dämonisieren und die Länder in der Absicht des Regimewechsels zu destabilisieren. Es mag vertretbar sein, wenn die Situation zu besseren Lebensbedingungen und Möglichkeiten für die Bevölkerung dieser Länder führen würde, aber unglücklicherweise hat sich das bei keinem dieser Länder herausgestellt.Victoria Nuland, die für die Zukunft der Ukraine verantwortliche Chefdiplomatin des US-Außenministeriums, gestand, „unsere Steuerzahler haben um die 5 Milliarden $ da reingesteckt, um die Ukraine auf die Linie der USA und der EU zu bringen“ – und nicht mit Rußland. Das Ergebnis ist der Krieg, der nun die Ukraine zerreißt. Die Russen wiederholen ständig, daß ihr Militär nur der Verteidigung dient, dass sie niemals Krieg anfangen oder ein anderes Land übernehmen wollen, sondern nur ihre Grenzen verteidigen werden. Bei seiner tragischen Geschichte der Invasionen durch die Mongolen, Napoleon, Hitler und andere, ist Rußland verständlich paranoisch.

Russland wird die NATO an seinen Grenzen nicht tolerieren
Mit gutem Recht. Können wir uns vorstellen, was unser US-Militär machen würde, falls die Russen Raketenbasen quer durch Kanada errichten würden, innerhalb der unmittelbaren Angriffs-Reichweite zu Washington? Oder zu diesem Zwecke entlang der ganzen Grenze Mexikos zu den USA? Wie würde sich Frankreich fühlen, wenn Deutschland entschiede, Massenvernichtungswaffen an seine Grenze zu stellen? Keine lokale, schon gar keine Weltmacht würde das akzeptieren ohne zurückzuschlagen. Putin hat es, und Washington tut als wäre das unzumutbar.
Ich meine, Rußland hat bemerkenswerte Zurückhaltung und kühlen Kopf bewiesen, und die ganze Zeit mit bemerkenswert eleganten Lösungen reagiert, die dramatische Situation südlich ihrer Grenzen zu entschärfen. Laßt uns hoffen und beten, dass Weisheit in Washington herrschen möge – die Spannungen zwischen den Ukrainern gedämpft werden, das Schießen endet und eine Koalition von Staaten beginnen kann, den Ukrainer zu helfen, den Winter zu überleben.

Sharon
aus St. Petersburg
15. September 2014

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ARD-Ukraine-Propaganda: Klatsche vom Programmbeirat

September 18, 2014

Der Programmbeirat der deutschen Medien spricht Klartext – und löst Wut aus bei den ARD-Verantwortlichen. Ist es zuviel verlangt, wenn wir von ihnen WAHRHEIT statt NATO-Propaganda einfordern??

Jasminrevolution

Daniela Lobmueh und Theodor MarlothNATO_ukraine

Ein interner Bericht der ARD von ihrem Programmbeirat bestätigt Netzkritik an der unerträglich einseitigen Ukraine-Propaganda des Mainstreams. Sogar Beiträge von Spiegel-Mann Neef („Stoppt Putin jetzt“-Titel) wurden von den Tagesthemen noch manipulativ zurechtgestutzt, weil sie nicht Putin-feindlich genug wirkten. Die führenden ARD-Funktionäre Jörg Schönenborn und Tom Buhrow schäumten vor Wut über die Aufdeckung ihrer Propaganda-Machenschaften. Hier der ungekürzte interne Bericht.  

Zu ihrer Juni-Sitzung analysierten die Mitglieder des leider nur „beratenden“ Programmbeirats Beiträge über die Ukraine-Krise. Anlass für diese ungewöhnliche Maßnahme war breite Kritik aus den Reihen des Publikums an der Ukraine-Berichterstattung der ARD -wie etwa unsere Kritik hier auf Jasminrevolution.

Tom Buhrow und Jörg Schönenborn reagierten unsachlich und aufgebracht

Die Zuschauer beklagten laut Telepolis Einseitigkeit zulasten Russlands, mangelnde Differenziertheit sowie Lückenhaftigkeit„, heißt es dazu im Bericht. Die Ergebnisse dieser internen Medienanalyse sorgten für eine äußerst scharfe Debatte auf dem Treffen des Beirates mit…

Ursprünglichen Post anzeigen 1.896 weitere Wörter

A Letter to President Putin and the Russian People

September 12, 2014

deutsche Übersetzung folgt in wenigen Tagen

Dear President Putin and Russian People,

Please accept our apologies for the behavior of our Governments and Media. Western Nations, led by the United States, seem determined to start a war with Russia. A sane person would recognize the terrible consequences of such a war and would do everything in their power to avoid it. In fact it appears that this is exactly what you are doing. In the face of an endless stream of lies and provocations you have managed to keep Russia from being drawn into a nuclear war. (1, 2)
Events surrounding the war in Ukraine are twisted to represent you as an aggressor when the facts clearly show otherwise. Neo-Nazi gangs commit atrocities against the citizens of Novorussia on a daily basis and they receive political and financial support from Western governments. The Ukrainian army has attacked Russian checkpoints and towns and regularly bombs refugees attempting to flee the country. Russia was blamed for the destruction of Malaysian Airlines flight MH17, even though the evidence suggests that the flight was shot down by the Ukrainian army. You offer humanitarian aid to the people of Luhansk and you are accused of smuggling weapons into Ukraine. (3)
Why are you the target of these lies and provocations? The pathological criminals of the West are pushing for war with Russia because they need an external enemy. As long as the people are focused on “Russian aggression” they remain unaware of those truly responsible for the decline of the American economy and social system. In Europe, with its history of brutal wars sparked by arrogance and greed, European leaders have undergone a complete moral collapse and have naively fallen into line behind the USA’s policy of imperial aggression. The last great president of the United States, John F Kennedy, described our common enemy in 1961:
We are opposed around the world by a monolithic and ruthless conspiracy that relies on covert means for expanding its sphere of influence–on infiltration instead of invasion, on subversion instead of elections, on intimidation instead of free choice, on guerrillas by night instead of armies by day.
It is a system which has conscripted vast human and material resources into the building of a tightly knit, highly efficient machine that combines military, diplomatic, intelligence, economic, scientific and political operations… Its preparations are concealed, not published. Its mistakes are buried not headlined. Its dissenters are silenced, not praised. No expenditure is questioned, no rumor is printed, no secret is revealed. (4)
Since that time the government of the United States and other Western nations have been infiltrated by this “ruthless conspiracy”. While it is not necessarily unified we believe that its leaders think and act without the burden of a normal human conscience. This is why they are willing to sacrifice the lives of millions or billions of people. They supply Israel with weapons that are used for the wholesale slaughter of thousands of Palestinians. They militarize police in places like Ferguson, MO to protect and strengthen their power over the people. They lie to start wars that take the lives of millions of people to increase their political power. They are despicable. (5, 6)
Like JFK, you have a military background, so you are bound by a sense of duty to protect and serve the people of Russia. It appears that like him you recognized the madness of nuclear war and have turned towards peace. (7) You refuse to endorse the American empire and you are working to undermine its power without engaging in direct military conflict. Instead Russia has developed closer relationships with many countries through organizations like BRICS, has forgiven old debts and worked with its partners to meet goals that serve the interests of the people. The idea of international partnerships has been called a multipolar approach and it contrasts sharply with the unipolar, imperialist policies of the US where all countries’ resources are controlled to benefit a powerful few – and at the expense of We the People.
We reject the greed, hatred and lust for power displayed by our “leaders”. We are outraged and horrified by the killing of millions of innocent people in the name of freedom and self defense. We want peace and justice for all people. We want a real and lasting peace, the kind of peace that JFK once spoke of:
What kind of peace do we seek? Not a Pax Americana enforced on the world by American weapons of war. Not the peace of the grave or the security of the slave. I am talking about genuine peace, the kind of peace that makes life on earth worth living, the kind that enables men and nations to grow and to hope and to build a better life for their children – not merely peace for Americans but peace for all men and women – not merely peace in our time but peace for all time. (8)
True peace and justice are impossible as long as the “ruthless conspiracy” rules the United States and other nations from the shadows. We pray that through our mutual efforts we may defeat the power-hungry and ruthless criminals who seek to enslave us all. We pray that we may instead foster a genuine peace that makes life on Earth worth living.

Sincerely,

Here you may sign this letter:
http://dearputin.com/?doing_wp_cron=1409961736.6323349475860595703125#prettyPhoto

Sources:
1. Is Putin incorruptible? U.S. insider’s view of the Russian president’s character and his country’s transformation
2. Putin is trying to save the world from war by Paul Craig Roberts
3. Putin Blamed for #MH17 to Launch Attack on BRICS World Bank
4. Commencement Address at American University, June 10, 1963
5. Political Ponerology (A Science on the Nature of Evil Adjusted for Political
Purposes) by Andrew M. Lobaczewski
6. The Shock Doctrine: The Rise of Disaster Capitalism by Naomi Klein
7. JFK and the Unspeakable: Why He Died and Why It Matters by James W. Douglass
8. The President and the Press, April 27, 1961
9. An open letter from the Netherlands to President Putin
10. The NATO Syndrome, the EU’s Eastern Partnership Program, and the EAU
No-Bluff Putin
11. Anyone who says Russia is losing in Ukraine doesn’t understand
how this game is played.
12. Putin: Ukraine is a Battlefield for the New World Order
13. Global Pathocracy, Authoritarian Followers and the Hope of the World

Die NATO will Russland und China verbieten, sich zu entwickeln

September 9, 2014

von Thierry Meyssan / http://www.voltairenet.org/article185252.html

Der Gipfel in Newport (Wales) ist der wichtigste der NATO seit jenem von 2002 in Prag. Damals ging es darum, neue Staaten Mittel-und Osteuropas in das Bündnis aufzunehmen. Dieses Mal stand die Planung einer langfristigen Strategie auf der Agenda, um Russland und China an ihrer Entwicklung zu hindern, damit sie nicht mit den Vereinigten Staaten konkurrieren können [1].

Alles was die NATO betrifft, ist voller Kontroversen. In der Tat hat sie es seit ihrer Gründung im Jahre 1949 nicht unterlassen, Fakten zu manipulieren, um sich als Bündnis gegen den sowjetischen Expansionismus darzustellen. Dies obwohl es der Warschauer Pakt ist, der erst sechs Jahre später, 1955, gegründet wurde mit der Aufgabe, die sozialistischen Staaten gegen den angelsächsischen Imperialismus (und nicht umgekehrt) zu verteidigen.

Darüber hinaus ist die NATO, im Widerspruch zu ihrem Namen, keine Allianz von gleichberechtigten Partnern, sondern eine Unterwerfung der Partner-Armeen durch die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich. Tatsächlich sind die Truppen aller Mitglieder dieser sogenannten ’Allianz’ unter dem Kommando eines einzigen amerikanischen Offiziers – der zugleich auch der US-Commander der amerikanischen Streitkräfte in Europa ist, während der Geheimdienst der NATO, „Gladio“, unter der Aufsicht von Washington und London dafür sorgt, dass die Anti-Imperialisten in den anderen Mitgliedstaaten niemals an die Macht kommen [2]. Hierzu hat die NATO nie vor politischen Morden oder gar Staatsstreichen zurückgeschreckt (in Frankreich [3], in Italien, in Griechenland, Zypern und der Türkei).

Diese Unterwerfung verstößt gegen die Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen, da die Mitgliedstaaten die Unabhängigkeit ihrer Außenpolitik und Verteidigung verlieren. Sie wurde von der Sowjetunion angefochten, später von Präsident Charles De Gaulle, der – nachdem er vierzig Mordversuche durch die von der NATO finanzierte OAS [organisation armée secrète] erlitten hatte und auch wieder gewählt worden war – den sofortigen Austritt Frankreichs aus dem integrierten Kommando ankündigte und die Ausweisung aller 64.000 Soldaten sowie des Verwaltungs-Personals der NATO aus dem französischen Territorium anordnete.

Diese Zeit französischer Unabhängigkeit ging mit der Wahl von Jacques Chirac zu Ende, der, wenige Monate nach seiner Ankunft im Elysée, Frankreich wieder in den Ministerrat und den militärischen Ausschuss der NATO eingliederte. Sie wurde definitiv beendet mit der Rückkehr der französischen Armee unter das US-Kommando, die Nicolas Sarkozy im Jahr 2009 beschloss.

Schließlich wurde die Unterwerfung der Mitgliedstaaten mit der Schaffung von vielen zivilen Institutionen fortgeführt, worunter die wichtigste und effektivste die Europäische Union ist. Im Gegensatz zu einem weit verbreiteten Missverständnis, hat die derzeitige Union nicht viel mit dem Ideal der europäischen Einheit zu tun, sondern soll die NATO-Mitglieder außerhalb des sowjetischen und russischen Einflusses halten, gemäß der geheimen Klauseln des Marshall-Plans. Es handelt sich also darum, Europa in zwei Blöcke zu teilen.
Darum ist es kein Zufall, dass sich die NATO-Büros und jene der europäischen Exekutive in erster Linie in Brüssel und in zweiter Linie in Luxemburg befinden. Um die Kontrolle der Europäischen Union durch die Angelsachsen zu ermöglichen, hat sie sich auch mit einer seltsamen Kommission ausgestattet, deren Haupttätigkeit darin besteht, wirtschaftliche oder politische „Vorschläge“ zu machen, die alle von der NATO vordefiniert werden.
Oft vergisst man, dass die Allianz nicht ein einfaches militärisches Bündnis ist, sondern auch auf wirtschaftlichem Gebiet eingreift. Vor allem ist die NATO erster Kunde der Rüstungsindustrie in Europa, dann bestimmt sie die Standards für ihre Ausschreibungen, d. h. alles was das tägliche Leben ihrer Soldaten betrifft. Es sind diese Standards, die der Kommission vorgeschlagen werden und die vom Europäischen Parlament angenommen werden.

Derzeit werden drei Viertel des Haushalts der NATO allein von den Vereinigten Staaten bereitgestellt.

Die Zukunft des angelsächsischen imperialistischen Projektes

Seit dem Staatsstreich von 2001 [4] planen die Vereinigten Staaten eine Konfrontation mit China. In diesem Zusammenhang kündigte Präsident Barack Obama die Neupositionierung seiner Streitkräfte im Fernen Osten an. Jedoch wurde diese Agenda von dem wirtschaftlichen, politischen und militärischen Aufschwung Russlands gestört, das sich 2008 in der Lage zeigte, das von Georgien angegriffene Süd-Ossetien und 2014 die durch die Putschisten von Kiew bedrohte Krim zu verteidigen.

Darüber hinaus wurde das „Raketenschild“-Projekt aufgegeben. Dieser, als ein defensives System zum Schutz gegen iranische Raketen dargestellte „Schild“ war aber in Wirklichkeit ein offensives System an den Grenzen zu Russland mit dem Ziel, es zu lähmen. Ein einfacher Blick auf den Globus zeigt ja, dass iranische Raketen, wenn sie auf die Vereinigten Staaten abgeschossen würden, nicht über Mitteleuropa flögen, sondern auf dem kürzesten Weg über den Nordpol. Nach zehn Jahre dauernder Untergrabung der Beziehungen zwischen Washington und Moskau wurde das Projekt aufgegeben, weil es sich technisch als unmöglich erwiesen hatte, russische Interkontinentalraketen der letzten Generation im Flug zu zerstören. Plötzlich wird also das Prinzip der „atomaren Abschreckung“ gegen Russland aufgegeben, selbst wenn es noch für andere Staaten relevant bleibt.

Trotz seiner „Hinwendung nach Asien“ hat Washington Spannungen zwischen China und dessen Nachbarn, besonders mit Japan, verschärft. Die NATO, die Europa in historischer Weise Nordamerika unterwirft, öffnete sich daher durch Assoziationsverträge asiatischen und ozeanischen Partnern, besonders Australien und Japan. Im Vorbeigehen hat sie ihren Aktionsradius über den ganzen Globus ausgedehnt. [5].

In dieser Zeit der finanziellen Einschränkungen lässt sich die Allianz, die keine Krise kennt, einen neuen Hauptsitz in Brüssel bauen, für die unglaubliche Summe von 1 Milliarde Euro. Er soll Anfang 2017 fertiggestellt sein [6].

Die Frage des islamischen Emirats

Zur Sorge, China und Russland an der Kontrolle ausreichender Rohstoffe zu hindern, um die Vereinigten Staaten konkurrenzieren zu können, kam im Sommer das Problem des islamischen Emirats dazu.

Eine intensive Pressekampagne hat diese Dschihad-Organisation verteufelt, deren Verbrechen nicht neu sind, die sich nun aber an der irakischen Bevölkerung vergriffen hat. Wir haben wiederholt erklärt, dass das Islamische Emirat eine westliche Schöpfung ist, und dass seine Aktion im Irak – trotz ihres äusseren Anscheins – in völligem Einklang mit dem US-Plan der Teilung des Landes in drei unabhängige Staaten ist [7].
Um einen Plan durchzuführen, der ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellt, da er eine ethnische Säuberung voraussetzt, griff Washington auf eine Privatarmee zurück, die es öffentlich verurteilen muss, heimlich jedoch unterstützt.
Die Vereinigten Staaten hätten die islamistische Gefahr erkannt, nachdem das IE zwei ihrer Staatsangehörigen – den Journalisten James Foley und Steven Sotloff – die Kehle durchschnitten hatten. Eine sorgfältige Überprüfung der Videos [8] lässt vermuten, dass diese nicht authentisch sind. Das gleiche Problem war schon aufgetaucht, als das IE im Jahr 2004 Nick Berg abgeschlachtet haben soll. [9].

Wir betonten schon oft, dass sich das IE von den vorherigen Dschihadisten-Gruppen unterscheidet, nämlich durch seinen Kommunikationsdienst und seine zivilen Verwalter. Diese sind imstande, die eroberte Gebiete sofort zu verwalten. Es ist daher eine Gruppe, die von Dauer sein wird. Wie Alfredo Jalife-Rahme schon gezeigt hat, wurde das Kalifat, auch wenn es derzeit vor allem in Syrien und im Irak agiert, dazu bestimmt, langfristig gegen Russland, Indien und China zu kämpfen [10].

Die Frage des islamischen Emirats brauchte daher nicht extra auf die – anti-russische und anti-chinesische – Tagesordnung aufgenommen zu werden, sie gehörte bereits dazu. Außerdem wollte Washington nicht das Risiko eingehen, dass ein Mitgliedstaat seine Zweifel über diese Farce ausdrücken könnte. Daher wurde die Debatte nur am Rande des Gipfels geführt. Präsident Obama hat acht andere Staaten sowie Australien (das nicht Mitglied der NATO, sondern nur assoziiert ist) versammelt, um seinen Kriegsplan zu entwickeln. Zum Schluss wurde entschieden, Jordanien diesem Dispositiv beizufügen.

Die Schlussfolgerungen des Gipfels

Der Gipfel handelte an einem kurzen Morgen die Frage seiner langen Präsenz in Afghanistan ab. Natürlich wird die NATO wie geplant ihre Kampftruppen am Ende des Jahres zurückziehen, aber sie behält die Kontrolle über die afghanische Armee und die Sicherheit des Landes. Der Gipfel leistete sich sogar den Luxus, an die beiden afghanischen Präsidentschaftskandidaten zu appellieren, sich zu verpflichten, die Forderungen nach strafrechtlicher Immunität der Vereinigten Staaten unverzüglich zu unterzeichnen, obwohl diese Wahl ja von den US-Streitkräften organisiert und ausgewertet wird. Daher müsste der Kandidat, der dieser Aufforderung keine Folge leisten sollte, nicht überrascht sein, wenn er nicht als gewählt betrachtet werden wird.

Wie man ein rotes Tuch schwenkt, um einen Bullen zu reizen, hat der Gipfel beschlossen, die Kontrolle der NATO auf den östlichen Teil Europas (einschließlich der Ukraine) auszudehnen, um zu sehen, was wohl die russische Reaktion sein wird. Aber er ging nicht weiter darüber hinaus. Die NATO-Russland Gründungsakte wurde nicht widerrufen, und die Ukraine wurde nicht ins Bündnis aufgenommen. Jeder zog es vor, über einen möglichen Waffenstillstand zwischen Kiew und dem Donbass zu diskutieren.

Darüber hinaus hat der Gipfel das Bündnis mit zwei neuen Werkzeugen ausgestattet: ein Cyber-Krieg-Service, um Angriffe chinesischer Militär-Hacker zu kontern und ein Schnelleinsatzkommando von 4.000 Mann aus sieben Ländern unter britischem Kommando. Schließlich eröffnete der Gipfel das Beitrittsverfahren für Montenegro und, selbstverständlich, forderte er die Mitgliedstaaten auf, ihre Militärausgaben zu erhöhen.

Ein paar Anmerkungen

Trotz der Anschuldigungen der ukrainischen Regierung -, dass Russland in ihr Land eingefallen wäre… aber mit nur 1000 Mann, die niemand gesehen hat, wie Giulietto Chiesa [11] bemerkte -, hat der Gipfel nicht beschlossen, Krieg gegen Moskau zu führen und begnügte sich mit einer symbolischen Maßnahme. Man versteht daher nicht, warum so viel Pomp in Newport aufgewendet wurde.

Die geheimen Kriege scheinen nicht auf dem Gipfel diskutiert worden zu sein, sondern nur am Rande, mit einigen ausgesuchten Verbündeten – es sei denn die wichtigen Dinge wären auf der Tagung der Staatschefs am Freitag, 5. September hinter verschlossenen Türen entschieden worden.
Schon im Jahr 2011 hatte die NATO ihre eigenen Statuten verletzt, indem sie den Atlantischen Rat nicht vor der Bombardierung von Tripolis einberufen hatte. In der Tat erschien das Einverständnis aller unmöglich, um ein solches Gemetzel durchzuführen. In Neapel hatten die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich im geheimen Frankreich, Italien und die Türkei, um einen Angriff zu planen, der mindestens 40.000 Zivilisten innerhalb einer Woche das Leben kostete.

Das Schlusskommuniqué ist eine unglaubliche Heuchelei [12]: die ukrainische Krise wird als eine russische Aggression behandelt, ohne jemals den Staatsstreich des Maidan-Platzes zu erwähnen, oder die Installation einer Regierung, die Nazis enthält.
Die syrische Krise wird als ein Konflikt zwischen einer gemäßigten Opposition dargestellt, die Minderheiten schützt und der Tyrannei des Regimes von Baschar Al-Assad einerseits und extremistischen Gruppen andererseits, ohne jemals zu erwähnen, dass das syrische Regime eine Republik ist, während die gemäßigte Opposition durch die Golf-Diktaturen bezahlt wird, und ferner ohne zu erwähnen, dass die Krise durch einen geheimen französisch-britischen Krieg entfesselt wurde, gemäß den Zusatzprotokollen des Lancaster House-Vertrages, noch, dass Präsident Al-Assad mit 63 % wiedergewählt wurde, obwohl die Arabische Republik Syrien die einzige ist, die nicht nur Minderheiten schützt, sondern alle ihre Bürger, einschließlich der sunnitischen Mehrheit.
Mit Zynismus behauptet das Kommuniqué, die NATO habe das libysche Volk gemäß den Resolutionen 1970 und 1973 geschützt, obwohl sie diese Resolutionen dazu benützt hat, um das Regime auszuwechseln, 160.000 Libyer zu töten und das Land ins Chaos zu stürzen.

Letztendlich ist es der NATO aber in den letzten Jahren definitiv nur gelungen, ihre Ziele in Afghanistan, Irak, Libyen und im Nordosten von Syrien zu erreichen, d.h. einzig und allein in jenen Ländern oder Regionen, die in Stammesgesellschaften organisiert sind. Sie scheint aber nicht in der Lage zu sein, in einen direkten Konflikt mit Russland und China eintreten zu können.

Übersetzung
Horst Fröhlich, sprachliche Bearbeitung Ruth Frei

[1] « Le sommet de l’Otan : guerre sur deux fronts », [NATO-Gipfel : ein Zweifronten Krieg] von Manlio Dinucci, Traduction Marie-Ange Patrizio, Il Manifesto (Italien), Réseau Voltaire, 4 septembre 2014. (Auch auf Englisch).

[2] Siehe « Gladio », Voltaire Netzwzerk.

[3] Über den Staatstreich von 1958 und von 1961, siehe (1) « Quand le stay-behind portait De Gaulle au pouvoir » und (2) « Quand le stay-behind voulait remplacer De Gaulle », von Thierry Meyssan, Réseau Voltaire, 27 août et 10 septembre 2001.

[4] Wir erinnern daran, dass am 11. September 2001, während die Welt durch die Terroranschläge in New York und Washington fasziniert war, Präsident George W. Bush illegal von seinem Posten im Rahmen des Programms „Kontinuität der Regierung“ entfernt wurde. Er fand ihn nur später am Ende des Tages wieder, nachdem sein Land seine Außen- und Verteidigungspolitik geändert hatte. Während dieses Tages wurden alle Mitglieder des Kongresses und ihre Teams von der militärischen Autorität in dem Greenbrier-Komplex (West Virginia) und in Mount Weather (Virginia) unter Hausarrest gestellt.

[5] „NATO, die globale Offensive“, von Manlio Dinucci, Il Manifesto (Italien), Voltaire Netzwerk, 31. Juli 2014.

[6] „1 Milliarde Euro für das neue NATO-Hauptquartier“, Voltaire Netzwerk, 30. Januar 2014.

[7] Siehe (1) „Das „Kurdistan“ der israelischen Version“, von Thierry Meyssan, Al-Watan (Syrien), Voltaire Netzwerk, 13. Juli 2014; (2) „John McCain, der Dirigent des „arabischen Frühlings“ und der Kalif“, von Thierry Meyssan, Voltaire Netzwerk, 18. August 2014 ; (3) „Die grundlegende saudische Wandlung“, von Thierry Meyssan, Voltaire Netzwerk, 4. September 2014.

[8] « Foley video with Briton was staged, experts say », Deborah Haynes, The Times, 24 août 2014 ; « Foley murder video ’may have been staged’ », Bill Gardner, The Daily Telegraph, 25 august 2014. Und über die Identität von Sotloff, siehe: « Le journaliste décapité était un Israélien formé dans une antenne du Mossad », [Der geköpfte Journalist war ein Israeli, der vom Mossad trainiert wurde] von Hicham Hamza, Panamza, 3 septembre 2014.

[9] « [[« L’affaire Nicholas Berg », par Thierry Meyssan, Réseau Voltaire, 18 mai 2004. (Auch auf Englisch).

[10] „Ein globaler Dschihad gegen die BRIC-Staaten?“, von Alfredo Jalife-Rahme, La Jornada (México), Voltaire Netzwerk, 26. Juli 2014.

[11] « En Ukraine, les menteurs paniquent », Giulietto Chiesa, Megachip (Italien), Réseau Voltaire, 3 septembre 2014.

[12] « Déclaration finale du sommet de l’Otan », Réseau Voltaire, 5 septembre 2014.

Konstantin Weckers Wut gegen die Kriegshetzer – „Ja, ich bin ein Putin-Versteher“

September 8, 2014

Konstantin Wecker hat auf seiner Facebook-Seite folgenden Text geschrieben:

Liebe Freunde,

„Wie wird die Welt regiert und in den Krieg geführt? Diplomaten belügen Journalisten und glauben es, wenn sie’s lesen.“

Karl Kraus, der die Manipulation der Massen in den Kriegszeiten des ersten Weltkrieges durchschaute und wie kein anderer messerscharf analysierte, verachtete die meisten Journalisten.

Er verabscheute den „Journalismus und die intellektuelle Korruption, die von ihm ausgeht, mit ganzer Seelenkraft.“

Ich hielt das lange für übertrieben, zumal ich hervorragende und unbestechliche JournalistInnen kenne und schätze. Mittlerweile befallen mich Zweifel an meiner Loyalität.

Klar, es gibt sie noch, diese aufrechten Vertreter ihres Fachs. Aber wo dürfen sie noch schreiben?

Die Propagandamaschine läuft bereits und es ist erschreckend, wie ein Großteil der Zunft einem Plan zu folgen scheint, der trotz des Widerspruchs der meisten Leser die Wirklichkeit im Sinne einflussreicher Geldgeber gestaltet.

„Als einer der Pioniere der Medienkritik hatte Karl Kraus erkannt, dass die Medien die Wirklichkeit nicht abbilden, sondern erzeugen, dass Meinungen und Stimmungen nicht einfach entstehen, sondern gemacht werden“, schreiben Matthias Bröckers und Paul Schreyer in ihrem lesenswerten Buch „Wir sind die Guten“ und sie zitieren noch einmal einen der wichtigsten Sätze von Karl Kraus: „Ich habe erlebt, wie Krieg gemacht wird, wie Bomben, die nie geworfen wurden, nur dadurch, dass sie gemeldet wurden, zum Platzen kommen.“

Bomben, die nie geworfen wurden, können platzen, wenn sie gemeldet werden – das sollte als Mahn-Schild auf jedem Schreibtisch in den Redaktionsräumen der Zeitungen und Fernsehstudios prangen!

Warum, glaubt ihr, hören wir nichts mehr von diesem Flugzeug, das laut BILD ja Putin persönlich vom Himmel geholt hat?

Ich habe keine Ahnung, wie ihr auch, ich kann keine Flugschreiber auswerten, bin kein Fachmann und war nicht vor Ort – aber immerhin kann ich eins und eins zusammenzählen. Wem nützte diese Tragödie am meisten? Und warum wird nun nicht mehr darüber berichtet? Und wenn es nun bewiesen wäre, dass es die pro-russischen Separatisten gewesen waren – was für eine Geschrei hätte das gegeben? Bestimmte Zeitungen würden in ihren Kästen auf der Straße zu kokeln beginnen vor lauter selbstgerechter Empörung.

Und ich möchte noch eine ganz persönliche Erfahrung hinzufügen: ich habe in den letzten fast sechs Jahrzehnten in denen ich mich bewusst mit Nachrichten und Zeitungen beschäftige, nicht annähernd eine derartige Propagandaschlacht erlebt.

Es erschreckt mich, wenn ich sehe, wie manche Leitmedien mit zum Teil sehr klugen Leserkommentaren überschüttet werden und sich penetrant weigern, ihre Leser ernst zu nehmen.

Was ist da passiert? Es ist sicher auch dem Internet zu verdanken, dass die Leser zu einem großen Teil gebildeter sind, als die Reporter. Aber in diesem Fall ist es einfach auch nur der gesunde Menschenverstand, der uns, wie es zum Teil aussieht, aberzogen werden soll.

Wie macht man ein friedliebendes Volk kriegslüstern? Durch Propaganda, durch Erfindungen, Lügen, durch die Erschaffung eines Feindes.

Man schimpft mich Putinversteher? Ja, gerne, das bin ich.

Aber wer so gern mit Schimpfworten um sich schlägt, sollte sich halt auch in der Semantik etwas auskennen. Ein Versteher ist kein Liebhaber, kein Bewunderer, kein Fan, kein Verehrer. Es kann auch ein Volltrottel sein den man versteht. Ein Versteher versucht zu VERSTEHEN! Nicht mehr, nicht weniger.

Wie kann so ein Wort ein Schimpfwort werden?

Und am Ende dieser kleinen Glosse soll Egon Bahr zu Wort kommen, einer der Architekten der Ostverträge Willy Brandts. Eines Mannes, den die SPD, wie es aussieht, völlig vergessen hat. Dabei kann ihm keiner der heutigen Mitläufer das Wasser reichen: „In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt.“

Offener Brief ehemaliger Geheimdienstler an Frau Merkel

September 7, 2014

31. August 2014
Amerikanische Ex-Geheimdienstmitarbeiter warnen vor Behauptungen der Geheimdienste zur Ukraine und erinnern an die irakischen Massenvernichtungswaffen.

Der Text in deutscher Übersetzung

Wir, die Unterzeichner, sind langjährige Veteranen der US-Nachrichtendienste. Wir unternehmen den außergewöhnlichen Schritt, diesen offenen Brief an Sie zu schreiben, um Ihnen die Gelegenheit zu geben, vor dem NATO-Gipfel am 4. und 5. September Einblick in unsere Sicht der Dinge zu bekommen.

Es ist beispielsweise wichtig für Sie zu wissen, dass Anschuldigungen hinsichtlich einer großangelegten russischen Invasion in der Ukraine offenbar nachrichtendienstlich nicht zuverlässig gesichert sind. Vielmehr scheint die „Intelligence“ von derselben politisch festgelegten Art zu sein, mit der vor 12 Jahren der Angriff auf den Irak „gerechtfertigt“ wurde. Wir sahen damals keine glaubwürdigen Beweise für Massenvernichtungswaffen; wir sehen jetzt keine glaubwürdigen Beweise für eine russische Invasion. Vor 12 Jahren verweigerte der damalige Kanzler Schröder in Anbetracht der vagen Hinweise auf irakische Massenvernichtungswaffen die Teilnahme am Angriff auf den Irak. Unserer Ansicht nach sollten Sie Anschuldigungen des US-Außenministeriums und von NATO-Vertretern hinsichtlich einer Invasion Russlands in der Ukraine mit angemessenem Misstrauen begegnen.

Satellitenaufnahme der US-Geheimdienste: Oregon verklagt Oracle[1]
Präsident Barack Obama versuchte am gestrigen Tage, die Rhetorik seiner eigenen führenden Diplomaten sowie der kommerziellen Massenmedien abzukühlen, als er die jüngsten Vorgänge in der Ukraine mit den Worten „…eine Weiterführung dessen, was in den letzten Monaten geschehen ist … es ist nicht wirklich eine Änderung“ beschrieb.

Obama hat jedoch nur schwache Kontrolle über die politischen Entscheidungsträger in seiner Regierung, die leider über keinen nennenswerten Sinn für Geschichte verfügen, keine Erfahrungen mit Kriegen haben und Politik mit anti-russischen Ressentiments verwechseln. Vor einem Jahr war es „Falken“ unter den Vertretern des Außenministeriums bereits beinahe gelungen, Obama zu einem großangelegten Angriff auf Syrien zu bewegen – wiederum auf „nachrichtendienstlichem“ Material beruhend, das im besten Fall zweifelhaft war.

Vor allem, weil vermehrt Geheimdienstinformationen hervorgehoben werden, auf die sich scheinbar verlassen wird und die wir für gefälscht halten, denken wir, dass die Wahrscheinlichkeit einer Eskalation der Kampfhandlungen über die Grenzen der Ukraine hinaus in den letzten Tagen erheblich gestiegen ist. Wichtiger aber ist, dass wir überzeugt sind, dass diese wahrscheinliche Entwicklung vermieden werden könnte, was von der gesunden Skepsis abhängt, die Sie und andere führende Politiker Europas zum NATO Gipfel in der kommenden Woche mitbringen.

Erfahrungen mit Unwahrheit
Es bleibt zu hoffen, dass Ihre Berater Sie auf die durchwachsene Bilanz hinsichtlich der Vertrauenswürdigkeit des NATO-Generalsektretärs Anders Fogh Rasmussen hingewiesen haben. Es erscheint uns, als würden Rasmussens Reden nach wie vor regelmäßig in Washington geschrieben. Dies war mehr als deutlich am Tag vor der US-geführten Invasion im Irak, als er in seiner Funktion als dänischer Premierminister seinem Parlament vortrug: „Irak hat Massenvernichtungswaffen. Das ist nicht etwas, das wir lediglich vermuten. Wir wissen es.“

Bilder können mehr sagen als tausend Worte. Wir haben erhebliche Erfahrung mit der Sammlung, Analyse und Berichterstattung zu jeder Art von Satellitendaten und anderem Bildmaterial sowie anderer Arten nachrichtendienstlicher Quellen. Es soll hier ausreichen, deutlich zu machen, dass die am 28. August von der NATO veröffentlichten Bilder eine sehr fadenscheinige Grundlage dafür bilden, Russland eine Invasion der Ukraine vorzuwerfen. Traurigerweise haben sie starke Ähnlichkeit mit den Bildern, die am 5. Februar 2003 von Colin Powell vor den Vereinten Nationen gezeigt wurden und die ebenfalls nichts bewiesen.

An eben jenem Tag warnten wir Präsident Bush, dass unsere ehemaligen Analysten-Kollegen „zunehmend verstört über die Politisierung der Nachrichtendienste“ waren, und wir sagten ihm geradeheraus, dass „Powels Präsentation nicht annähernd einen Grund bietet“, der einen Krieg rechtfertigen würde. Wir mahnten Mr. Bush, „die Diskussion…über den Kreis jener Berater hinaus zu erweitern, die klar einen Krieg anstreben, für den wir keinen überzeugenden Grund sehen und dessen unbeabsichtigte Konsequenzen vermutlich katastrophal sein würden“.

Betrachten Sie Irak heute. Schlimmer als katastrophal. Obwohl Präsident Wladimir Putin bisher beträchtliche Zurückhaltung im Ukraine Konflikt gezeigt hat, halten wir es für erforderlich, daran zu erinnern, dass Russland ebenfalls zu „Shock and Awe“ in der Lage ist. Wenn auch nur die kleinste Wahrscheinlichkeit besteht, dass derlei aufgrund der Ukraine Europa betreffen könnte, sollten nüchtern denkende Führungspersonen dies sehr sorgfältig durchdenken.

Wenn die von der NATO und den USA freigegebenen Fotos den besten verfügbaren „Beweis“ einer russischen Invasion darstellen, verstärkt dies unseren Verdacht, dass aktuell erhebliche Anstrengungen unternommen werden, um Argumente für den NATO-Gipfel zu stärken, auf deren Grundlage Maßnahmen verabschiedet werden sollen, die Russland mit Sicherheit als Provokation ansehen wird. Sie sind zweifelslos vertraut mit dem Ausdruck „Caveat Emptor“. Es soll genügen hinzuzufügen, dass man allem, was Mr. Rasmussen oder selbst Außenminister Kerry zu verkaufen versucht, mit äußerster Vorsicht begegnen sollte.

Wir vertrauen darauf, dass Ihre Berater Sie hinsichtlich der Ukraine-Krise seit Anfang 2014 auf dem Laufenden gehalten haben, auch darüber, wie sehr die Möglichkeit einer NATO-Mitgliedschaft der Ukraine für den Kreml ein Anathema ist. Gemäß eines Telegramms vom 01. Februar 2008 (veröffentlicht durch WikiLeaks) von der US-Botschaft in Moskau an die damalige Außenministerin Condoleezza Rice, wurde US-Botschafter William Burns zu Außenminister Sergey Lawrow gerufen, der ihm Russlands starken Widerstand gegen eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine erläuterte.

Lavrov warnte spezifisch vor „Befürchtungen, dass das Thema das Land entzweien und zu Gewalttätigkeiten führen könnte oder sogar, so behaupten manche, zu einem Bürgerkrieg, der Russland dazu zwingen würde, über eine Intervention nachzudenken“. Burns gab seinem Telegramm den ungewöhnlichen Titel „NYET heißt NYET: RUSSLANDS ROTE LINIEN ZUM THEMA NATO-ERWEITERUNG“ und schickte es mit HÖCHSTER Priorität nach Washington. Nur zwei Monate später verabschiedeten NATO-Führer auf ihrem Gipfel in Bukarest in einer formalen Erklärung, dass „Georgien und die Ukraine in der NATO sein werden.“

Gerade gestern behauptete der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk über sein Facebook-Account, dass er mit Unterstützung des Parlaments darum nachgesucht hat, den Weg zu einer NATO-Mitgliedschaft offen zu halten. Jazenjuk war natürlich nach dem Staatsstreich am 22. Februar Washingtons erste Wahl für das Amt des Ministerpräsidenten. „Yats ist unser Mann“, sagte die stellvertretende Außenministerin Victoria Nuland einige Wochen vor dem Coup in einem abgefangenen Telefongespräch mit dem US-Botschafter in der Ukraine, Geoffrey Pyatt. Vielleicht erinnern Sie sich, dass dies dasselbe Gespräch war, in dem Nuland sagte: „f*ck die EU.“

Zeitpunkt der russischen „Invasion“
Nach der gängigen Sichtweise, die noch vor wenigen Wochen von Kiew verbreitet wurde, hatten ukrainische Kräfte die Oberhand im Kampf gegen die Anti-Coup-Föderalisten gewonnen, was im großen und ganzen als Reinigungsaktion dargestellt wurde. Aber dieses Bild der Offensive stammt fast vollständig von offiziellen Regierungsquellen in Kiew. Es gab nur sehr wenige Berichte, die unmittelbar aus der südöstlichen Ukraine stammten. Es gab jedoch einen, der den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko zitierte, der Zweifel an den Regierungsdarstellungen aufkommen ließ.

Gemäß der „Pressestelle des Präsidenten der Ukraine“ am 18. August ordnete Poroschenko eine „Umgruppierung der an der Militäraktion beteiligten ukrainischen Einheiten im Osten des Landes“ an. „…Heute müssen wir eine Neuordnung der Kräfte vornehmen, die unser Territorium verteidigen werden – sowie fortgesetzte Bodenoffensiven“, sagte Poroschenko und fügte hinzu: „Wir müssen unter den neuen Umständen einen neuen Militäreinsatz in Betracht ziehen.“

Falls die „neuen Umstände“ den erfolgreichen Vormarsch der ukrainischen Regierungskräfte bezeichnen sollte, weshalb sollte es nötig sein, die Kräfte „umzugruppieren“ und „neu zu ordnen“? Etwa zur selben Zeit begannen Quellen vor Ort über eine ganze Reihe erfolgreicher Angriffe der Anti-Coup-Föderalisten auf die Regierungskräfte zu berichten. Nach diesen Quellen waren es die Regierungstruppen, die begannen, schwere Verluste zu erleiden und an Boden zu verlieren, weitgehend aufgrund von Ungeschick und mangelhafter Führung.

Zehn Tage später, als sie eingekesselt waren und/oder sich zurückzogen, war mit der „russischen Invasion“ eine vorbereitete Ausrede gefunden. Exakt in diesem Augenblick wurden die verschwommenen Aufnahmen von der NATO veröffentlicht, und Reporter wie Michael Gorden von der New York Times wurden von der Leine gelassen, um zu verbreiten, dass „Die Russen kommen“. (Michael Gordon war einer der lautstärksten Propagandisten für den Krieg gegen den Irak.)

Keine Invasion – aber reichlich andere russische Unterstützung
Die Anti-Coup-Föderalisten in der südöstliche Ukraine erfreuen sich erheblicher lokaler Unterstützung, zum Teil aufgrund der Artillerieangriffe von Regierungstruppen auf große Bevölkerungszentren. Und wir vermuten, dass russische Unterstützung über die Grenze geflossen ist, einschließlich – und das ist von erheblicher Bedeutung – ausgezeichneter Gefechtsfeld-Aufklärung. Allerdings ist es alles andere als klar, dass diese Unterstützung zu diesem Zeitpunkt auch Panzer und Artillerie umfasst – hauptsächlich weil die Föderalisten besser geführt wurden, um Regierungstruppen festzusetzen.

Gleichzeitig haben wir keinerlei Zweifel daran, dass die Panzer kommen werden, falls und wenn die Föderalisten sie benötigen.

Genau dies ist der Grund, weshalb die Situation eine gemeinsame Anstrengung für einen Waffenstillstand erfordert, den, wie Sie wissen, Kiew bisher hinausgezögert hat. Was muss an diesem Punkt unternommen werden? Nach unserer Ansicht muss Poroschenko und Jazenjuk klargemacht werden, dass eine NATO-Mitgliedschaft nicht auf dem Tisch liegt und dass die NATO keinerlei Interesse an einem Stellvertreterkrieg mit Russland hat – insbesondere nicht zur Unterstützung der zusammengewürfelten ukrainischen Armee. Anderen NATO-Mitgliedern muss dies ebenfalls gesagt werden.

Für die Lenkungsgruppe der Veteran Intelligence Professionals for Sanity (Pensionierte Geheimdienstexperten für den gesunden Menschenverstand)

William Binney, ehemaliger technischer Direktor, Welt geopolitische & militärische Analyse, NSA; Mitbegründer, SIGINT Automation Research Center (i.R.) Larry Johnson, CIA & Außenministerium (i.R.) David MacMichael, National Intelligence Council (i.R.) Ray McGovern, ehemaliger US Army Infanterie / Nachrichtenoffizier und CIA-Analyst (i.R.) Elizabeth Murray, stellvertretender National Intelligence Officer im Mittleren Osten (i.R.) Todd E. Pierce, MAJ, US Army Judge Advocate (Ret.) Coleen Rowley, Abteilungsanwältin & Special Agent, FBI (i.R.) Ann Wright, Oberst der US-Armee (i.R.); Foreign Service Officer (zurückgetreten)

Autorisierte Übersetzung von Stefan Thiesen und Michael Morrissey.

Anhang
Links
[1]
http://www.heise.de/tp/artikel/42/42624/

[1]
http://www.opednews.com/articles/Memorandum-For-Angela-Mer-by-Coleen-Rowley-Angela-Merkel_Ukraine_Ukraine_Veteran-Intelligence-Professionals-For-Sanity-140831-791.html

Artikel URL: http://www.heise.de/tp/artikel/42/42680/Copyright © Telepolis, Heise Zeitschriften Verlag

ZDF Endlich Klartext zur Kriegshetze der NATO, Merkel&Gauck, Ukraine – sehr wichtig

September 5, 2014

Endliche eine intelligente Diskussion mit vernünftigen Menschen – soll ich’s Götterdämmerung nennen? Danke an Herrn General a.D. Kujat für seine deutlichen Worte und an Herrn Precht für die kritischen Fragen.
UNBEDINGT ANSEHEN UND WEITER VERBREITEN

Holländische Bürger entschuldigen sich bei Präsident Putin für die Kriegshetze ihrer Lügenmedien

September 3, 2014

Sehr geehrter Herr Präsident Putin,

hiermit möchten wir uns im Namen eines Teils niederländischer Bürger für unsere Regierung und unsere Medien entschuldigen. Die Wahrheit wird verdreht um Sie und Ihr Land in ein schlechtes Licht zu rücken.

Machtlos müssen wir zusehen wie der Westen, unter der Führung der Vereinigten Staaten, Russland der Aktivitäten beschuldigt an denen sie selber beteiligt sind. Das planmäßige Messen mit zweierlei Maß ist verwerflich. Der Westen verurteilt ohne genügend Beweise zu erbringen. Wie Sie, ohne Beweise, verurteilt werden für das Verüben von sogenannten Verbrechen, ist eine äußerst freche und anstößige Angelegenheit.

Sie haben uns, während des Syrien-Konflikts, vor einem Weltkrieg gerettet. Der Gasangriff auf syrische Bürger wurde Assad in die Schuhe geschoben, obwohl Al-Qaida-ähnliche-Typen, trainiert und bewaffnet von den Vereinigten Staaten und bezahlt von Saudi-Arabien, diesen Massenmord auf ihrem Gewissen haben. Hiermit hoffte der Westen, dass die Welt sich gegen Assad wenden und ein Angriff auf das Land gutheißen würde.

Nicht lange danach haben westliche Organisationen die Opposition der ukrainischen Regierung aufgebaut, bewaffnet und trainiert um die Regierung zu stürzen. Die neuen Machthaber wurden durch den Westen in Windeseile anerkannt. Dieser neuen Regierung wurde von unserem Steuergeld Kredite als Belohnung vergeben, um sie damit zu verpflichten.

Die Bevölkerung der Krim war damit nicht einverstanden und zeigte das mittels friedlicher Demonstrationen. Gewalt, angewendet von anonymen Heckenschützen und später durch die ukrainische Armee hat dazu geführt, dass die Bewohner der Krim sich von der Ukraine trennen wollten. Ob Sie nun die Separatisten unterstützt haben oder nicht, es steht unserer Regierung nicht zu, Ihnen deshalb Vorwürfe zu machen.

Russland wird zu Unrecht, ohne Untersuchung und lückenlose Beweise, der Lieferung eines Waffensystems beschuldigt, das womöglich ein Passagierflugzeug abgeschossen hat. Aus oben genannten Gründen meint unsere Regierung Russland mit Sanktionen zu belegen.

Wir wache Niederländer, die diese Propaganda der westlichen Medien und die Lügen unserer Politiker durchschauen und ablehnen, wollen uns hiermit bei Ihnen entschuldigen. Es ist leider so, dass unsere Medien jede Art gesunder und unabhängiger Kritik verloren haben, und nur berichten was die Politik vorschreibt. Dadurch haben die Bürger des Westens ernsthafte Probleme die Wahrheit zu erkennen, und versäumen so die Möglichkeit ihren Politikern bei den Wahlen einen Denkzettel zu verpassen.

Sehr geehrter Herr Präsident Putin, wir hoffen auf Ihre Weisheit. Wir wollen Frieden. Wir sehen, dass die westliche Politik gegen ihre Bürger und für einen Plan für eine Neue Weltordnung arbeitet. Das Vernichten von souveränen Staaten und das Töten von unzähligen Millionen Menschen ist für unsere westlichen Weltführer anscheinend das Opfer das dargebracht werden muss, um ihr Ziel zu erreichen. Wir, die Bürger der Niederlande wollen Gerechtigkeit und Frieden, auch mit Russland.

Wir wollen Ihnen hiermit deutlich machen, dass die niederländische Regierung nur für sich spricht. Wir hoffen mit dieser Erklärung unseren Anteil beitragen zu können, um die steigende Spannung zwischen unseren Staaten zu entschärfen.

Hochachtungsvoll,

Download:

brief-putin-de